Reviews

Helfahrt - Sturmgewalt CD

www.Bloodchamber.de 8 von 10 Punkten

Oh ja, diese deutsche Band konnte mich schon mit ihrem Demo in Verzückung versetzen. Umso mehr Spaß macht es dann zu sehen, welchen Weg sie danach einschlagen wird. Dass HELFAHRT allerdings in so kurzer Zeit mit ihrem Debütalbum aufwarten hätte ich nicht zu mutmaßen getraut, noch viel weniger, dass so ein hervorragendes Album dabei heraus kommt.
Der nach der Einleitung entfesselte Heidensturm sucht auf internationaler Bühne seinesgleichen. Treibende Riffs beherrschen von Beginn an das Geschehen und erzeugen ergreifende Melodien. Sofort hat man ein vertrautes Gefühl. Beim Hören der Platte glaubt man, einen alten Freund, den man lange Zeit aus den Augen verloren hatte, endlich wieder zu sehen.
Die Songs sind insofern abwechslungsreich, als dass sich in ihnen verschiedene Stimmungen widerspiegeln, ohne dass man schmerzhafte Übergänge zu hören bekommt oder das Gefühl hat, die Stücke seien am Reißbrett konstruiert worden. Eine wichtige Rolle im Klang von HELFAHRT nimmt der Bass ein, der sehr deutlich vernehmbar ist und die Lieder nicht nur unterstützt, wie bei anderen Bands üblich, sondern sie prägt und ihnen ein Gesicht verleiht. Ebenfalls als gelungen dürfen die Instrumentalpassagen bezeichnet werden. Egal ob Akustikgitarre, Flöte, Maultrommel oder Schalmei (echt oder aus der Konserve?), keines wirkt jemals aufdringlich oder unpassend oder gar folkig (welch grauenhaftes Wort!). Erfreulicherweise haben es HELFAHRT auch nicht nötig, ihre Kompositionen durch Ausflüge in „fremde Genres“ wie Black oder Heavy Metal aufzupeppen und ihnen so gekünstelte Variationen einzuflößen. Hier erwartet den Hörer noch Pagan Metal in reiner Form, reiner als das Gewissen von Jan Ulrich jedenfalls.
Leider sticht auf dem Album kein Song aus der homogenen Masse hervor. Man wünscht sich schlussendlich noch ein oder zwei echte Highlights, Lieder, denen man ohne zu zögern eine Wirkung auf Lebensdauer aussprechen kann. Das haben der bayerischen Truppe Bands wie MENHIR oder die seligen MITHOTYN voraus.
Trotzdem bleibt am Ende nur noch, allen Genrefans eine dicke Kaufempfehlung auszusprechen. Direkt erwerben könnt ihr es beim Mailorder der Plattenfirma oder vermutlich auch beim Plattendealer eures Vertrauens.

Metalnews.de 6 / 7 Punkte

Nach der 2005 veröffentlichten Demo „Aufbruch“ ist nun endlich des Debüt-Album der Münchner Pagan Metal Band Helfahrt da. „Sturmgewalat“ heißt das gute Stück und dieser Name ist völlig gerechtfertigt!

Eingeleitet von Naturklängen und Flöten im Intro bricht mit „Markomannenzorn“ das musikalische Gewitter aus. Treibende Rhythmen bestimmen die Songs und die Riffs sind sehr abwechslungsreich. Besonders gut gelungen ist das Bass-Sound, der leider bei anderen Bands viel zu oft untergeht. Hier allerdings ist der Bass sehr gut zu hören und ist glücklicherweise nicht nur darauf bedacht das Schlagzeug zu unterstützen sondern nimmt oft sogar eine führende Stellung ein. Die Produktion des Albums ist generell hervorragend gelungen, so dass alle Instrumente gut zur Geltung kommen.
Apropos Instrumente: Davon gibt es eine ganze Menge zu hören. Neben der üblichen Instrumentalisierung finden auch diverse Flöten, eine Maultrommel und Akustikgitarren ihren Platz. Diese erzeugen vor allem in den ruhigen Passagen eine ganz besondere Stimmung, die niemanden unberührt lassen wird.

Trotz der Euphorie gibt es auch zwei kleine Dinge, die mich ein wenig stören: Da wäre einmal der Gesang, der ruhig etwas mehr Abwechslung vertragen könnte. Zwar ist der (etwas tiefere) Keifgesang von Max Marquardt (auch als Bassist bei Sycronomica beschäftigt) keineswegs schlecht. Nur auf die Dauer wirkt er etwas zu eintönig. Die zweite Sache wäre die, dass es bei den zehn Tracks leider nur einer schafft so richtig herauszustechen. Ein weiterer Song vom Kaliber „Lewwer Duad Üs Slaav“ (auch schon von der Demo her bekannt) hätte dem Album sicher gut getan.

Trotzdem muss ich ganz klar sagen, dass „Sturmgewalt“ eine der besten Pagan-Platten ist, die seit langem auf den Markt gekommen ist. Und wenn man bedenkt, wie jung die einzelnen Musiker sind, kann man leicht erkennen, dass noch viel Potential in ihnen Steckt.

Verloreneseelen.net 8 / 10 Punkte

Ein Sturm zieht herbei“. Der Titel des Intros des ersten Albums von Helfahrt beschreibt sehr gut, was man in den restlichen 40 Minuten zu erwarten hat. Nämlich erstklassigen Black Metal mit folkloristischen Einflüssen, kurz hervorragenden Pagan Metal.

Und das ganze Album ist wirklich sehr schön geworden. Es enthält sowohl extrem gute harte Stücke wie zum Beispiel den Titeltrack oder meinen persönlichen Favoriten „Luznacht“, als auch ruhige Passagen wie in „Zu spätem Schein“.

Die härteren Stücke sind alle im Uptempo Bereich gehalten. Allerdings prügeln Helfahrt nicht nur auf ihre Instrumente ein, sondern bemühen sich wunderschöne Melodien mit ihnen zu spielen, was ihnen auch durchgehend gelingt. Der Gesang ist aggressiv aber durchaus zu verstehen. Wer die Auftritte der Band kennt, wird von dem Album auf keinen Fall enttäuscht sein.

Textlich bewegt sich die Band im Bereich der germanischen Mythologie. Mit Ausnahme von „For your calm“ sind alle Texte in deutscher Sprache.

Stilistisch zählen Helfahrt wohl am ehesten zum Bereich Pagan Metal. Andere bekannte Vertreter dieses Genres sind Suidakra oder Equilibrium, deren Gitarrist Rene für die saubere Produktion dieses Albums mitverantwortlich zeichnet.

Kommen wir zum Resümee. „Sturmgewalt“ ist ein sehr gelungenes Debüt eines der wichtigsten Vertreter des Münchener Metal Untergrundes. Wer harter Musik mit einem Schuss Folklore nicht abgeneigt ist, sollte hier zugreifen. „Sturmgewalt“ ist ein Album zum lieb haben, abfeiern und immer wieder anhören. Ich freue mich auf viel mehr von Helfahrt.

Twilightheart 10 / 10 Points

Falls es das Cover des Albums noch nicht ganz klarmachen sollte, es handelt sich bei "Sturmgewalt" um ein erstklassiges Pagan- Metal- Album in deutscher Sprache mit allen Merkmalen des Pagan, aber ohne nervige Thrash- Passagen. Also geballte Pagan- Kraft auf einer CD ohne Lückenfüller oder (wie bei anderen Bands viel zu oft praktiziert) Exkurse in nicht passende Black- Gefilde. Also einfach nur die pure Essenz aus dem Besten des Pagan.
Das Album beginnt mit einmalig schönen Klängen. Das ganze trägt den Titel "Ein Sturm zieht herbei..." und man findet sich plötzlich mitten im Regen wieder... man hört die Tropfen fallen, ein Donnergrollen ... und hierein mischt sich der kurze aber atemberaubende Gesang von Gaby Koss (die viele der bayrischen Fans vielleicht von ihrem Mitwirken bei Equilibrium kennen, oder als Ex-Mitglied von Haggard). Auch der Ruf des Raben ist zu hören und es mischen sich unter Gaby`s einmalige Stimme dudelsackähnliche Keyboardklänge, die dem ganzen eine sehr mysteriöse und leicht mittelalterliche Note geben. Dieser wunderschöne Teil ist leider viel zu kurz. Nun ja, aber mit dessen Ende in Form von Flötenklängen ist der Sturm dann endgültig herbeigezogen und bricht nun mit dem nächsten Track ?Markomannenzorn? vollends über den Hörer herein. Und was man nun hört, ist zu 100 % Helfahrt. Die fetten Gitarrenriffs werden einem nur so um die Ohren gehauen, von wilden Drums und einem ruhelosen Bass begleitet, gekrönt von dem absolut hingebungsvoll- brachialen Gesang von Njord, der mir persönlich bestens gefällt, weil es kein künstliches Gegrowle ist, sondern es klingt eher, als würde jemand, der mit normaler tiefer Stimme singt, sehr wütend und aggressiv singen, so dass die Stimme durch die Gefühlslage so rauchig klingt. Eventuell vergleichbar mit der Art, wie Thomas Väänänen von ?Thyrfing? singt. Voller Wucht und leicht gepresst, aber nicht künstlich. Außerdem ist die Singstimme von Njord angenehm, weil sie eine besondere Tonlage hat: nicht zu tief, aber auch nicht diese normale Durchschnittstonlage, die nicht hoch und nicht tief klingt ... sondern es ist ein interessanter Klang genau zwischen Tief und Mitte, eine eigene halbtiefe Schattierung also, die der Musik zusätzlich eine eigenständige Note gibt.
Nun kannte ich etliche Songs des neuen Albums ja schon von diversen Live-Auftritten der Band, bei denen die Songs quasi eingesungen und am "lebenden Fan" getestet wurden. Zwar sind die Songs live immer noch einen Tick eindrucksvoller (was eventuell auch an der Live-Akustik und Atmosphäre liegt), aber auf dieser CD kommen sie trotzdem auch gut rüber, vor allem "Lewwer duad üs slaav" (was wohl soviel bedeutet wie "Lieber tot als versklavt"), welches noch ein markantes Outro zu bieten hat (was das ist, davon dürft ihr euch selbst überraschen lassen). Doch erst mal leitet einen das melancholische Intro mit Flötenklängen und Maultrommel behutsam in den Song, bevor man von der typischen Helfahrt- Wucht überrollt wird. Und wie man sich beim Titel schon ausmalen kann, ist der ganze Track ziemlich leidenschaftlich, da ist wirklich eine Menge Dampf auf den Kesseln, der raus will. Und auch das geniale und feurige "Im Moor..." , welches bei den Helfahrt Live- Gigs auch regelmäßig für Furore gesorgt hat in der Vergangenheit, fehlt auf dem Album natürlich nicht.
Im übrigen ist es erstaunlich, wie ausgereift diese Band auf ihrem ersten richtigen Label- Album daherkommt. Nun gut, es gibt Musiker in der Band, die bereits Erfahrung in anderen Bands gesammelt haben, aber das allein ist es nicht. Es liegt sicher auch daran, dass diese Band mit ganzem Herzblut dabei ist und ihre ganze Energie und Leidenschaft in die Aufnahmen für das Album gesteckt haben. Und wenn Musiker so ehrlichen Herzens bei einer Sache sind, wird es ja im Normalfall gut. Denn die Leidenschaft ist nach wie vor das Wichtigste an einem Album. Da können bekannte Bands mit noch so ausgefeilt- technischen Studio- Alben daherkommen, wenn man nicht die Hingabe jedes einzelnen Musikers fühlt auf einem Album, dann ist das alles nichts wert. Insofern würde ich persönlich jederzeit eine Band wie Helfahrt vorziehen, wo wirklich in jeder einzelnen Zeile und Note die Leidenschaft zu spüren ist. Hier geht es noch um ehrliche Musik und darum, die Visionen des Songschreibers auf bestmögliche Art und Weise zum Leben zu erwecken.
Ein absolutes Highlight des Albums ist sicherlich der Titeltrack "Sturmgewalt", der wirklich unglaublich wuchtig und gnadenlos daherkommt. Pagan music is alive! Dieser Song ist der ultimative Beweis dafür. Nun habe ich die Live-Qualitäten dieses Songs einen Tag vor Schreiben dieses Reviews ja schon testen können, aber da dies die Premiere war, konnten die Fans noch nicht mitsingen. Aber ich sage hiermit voraus, dass dieser Song nach Veröffentlichung bei allen Gigs von Helfahrt die ersten Reihen zum Kochen bringen wird. Die Fans werden mitgrölen, die Fäuste ballen, und sich die Nackenmuskeln wund bängen... na ja, gut, sicher nicht beim kurzen Zwischenspiel mit eher einfachen Gitarrenklängen, aber dies ist nur eine Verschnaufpause von Sekunden, danach bricht die Sturmgewalt umso mächtiger über einen herein. Dieser Track ist wirklich ein Meisterwerk (und gleich beim ersten Hören mein absoluter Favorit des Albums gewesen). Ihr werdet ihn lieben (und das ist keine Vermutung, sondern ein Versprechen!!).
Die CD bietet auch zwei reine a-capella- Stücke. Zum einen wäre da "Zu spätem Schein", wo es natürlich ruhiger und leicht melancholisch zugeht... da hört man den Ruf des Uhus untermalt von einer akustischen Gitarre, und man kann sich hinwegträumen in die Wälder zu später Stunde, bzw. "zu spätem Schein".
Das zweite Akustikstück ist "Der letzte Weg", welches den Hörer mit Flöte und Gitarre aus dem Album herausführt (und den Finger zum "Repeat"- Button führt).
Fazit: Wenn ich dieses Album höre, bin ich doch wieder stolz auf die Untergrund- Szene der Münchner Gegend. Fast will ich mich hinreißen lassen zu der Bemerkung, dass wir hier die beste Untergrund- Szene überhaupt haben. Und was nun Helfahrt im speziellen betrifft, so haben die Jungs hier wirklich ein Pagan- Metal- Album der Sonderklasse abgeliefert. Sicher kennt ihr das, dass über die Jahre manche CDs, die man besitzt, im Regal versacken, während man andere immer wieder rausholt und auch nach Jahren immer wieder hört. Das ?Sturmgewalt?- Album wird unter Garantie zu denen gehören, die ihr immer wieder gerne und voller Hingabe hören werdet. Also holt euch dieses zeitlos geniale Album, solange man es noch zum günstigen Preis direkt bei der Band bestellen kann (alle Infos hierzu momentan auf www.helfahrt.com ), denn ich könnte mir vorstellen, dass das Album (und vor allem der Titeltrack "Sturmgewalt") ein Klassiker in der Pagan- Szene werden wird und dass es noch eine Zweitpressung geben wird.
Als kleine Zusatzinfo: neben (wie bereits erwähnt) Gaby Koss haben als Gastmusiker auf diesem Album noch René von "Equilibrium" und Michael von "Somber Serenity" mitgewirkt. Hier noch die Songreihenfolge des Albums: Ein Sturm zieht herbei.../ Markomannenzorn/ Im Moor.../ Luznacht/ Lewwer duad üs slaav/ Sturmgewalt/ Zu spätem Schein/ For your calm.../ Donars Groll/ Der letzte Weg.

Anspieltip: "Sturmgewalt"/ Titelsong
Punkte: 10 von 10

www.metalmessage.de 7 von 10 Punkten (Legacy 10/15)

Dem 2005er Demo-Tonträger „Aufbruch“ lassen diese bayerischen Heidenmusikanten mit dem vorliegenden Debütalbum „Sturmgewalt“ eine Scheibe folgen, mit der eine zutiefst erfreuliche Weiterentwicklung demonstriert wird. Den für diese grundsolide Veröffentlichung zugrunde liegenden Plattenvertrag mit dem norddeutschen Plattenlabel haben die fünf Akteure also nicht umsonst ergattern können. Die spielfreudigen Helfahrer haben sich in einer Unzahl von musikalischen Wertungskriterien also bestens weiterentwickelt. Beinahe sämtliche zuvor noch vorhandene Schwächen wurden ausgemerzt. Helfahrt präsentieren ihre neuen Kreationen als stellenweise mitreißend vollmelodischen Pagan Metal, versehen mit viel schöpferischer Liebe zum feinen kompositorischen Detail und einem unleugbaren Trachten nach vorchristlicher Helden-Glorie. Schwarzmetallische Anbiederungen werden hier im Gegensatz zur mannigfaltigen Konkurrenz ausnahmsweise mal nicht gemacht, dafür geht es nicht selten eher in naturromantische Gefilde – na, da bin ich doch nur allzu gerne dabei.

Überhaupt, direkte Vergleiche mit stilistisch ähnlich aufspielenden Gruppen fallen bei Helfahrt im Jahr 2006 eher schwer, daher fange ich hier erst gar nicht damit an. Eigenständigkeit heißt also das löbliche Schlagwort der Stunde. Die überraschend reif ausbalancierten, aber nicht selten kraftvoll-ruppigen – und vereinzelt verdammt rasant geprügelten – Rhythmusattacken auf dem absolut hörenswerten Langspieler sind geradezu gespickt mit heroischen Klangfacetten und allerlei kriegerischen Atmosphären. Letztere werden des Öfteren von anmutig umgesetzten Folk-Anleihen unterlegt, wie beispielsweise mit Flöten oder Maultrommel. Ihr merkt schon, für Vielfalt ist ausreichend gesorgt auf diesem silbernen Donnerdiskus. Ja, selbst mit Sackpfeifen wird auf „Sturmgewalt“ gearbeitet, was an jenen Stellen für hoch erhebende Hörmomente sorgt. In hohem Maße faszinierend mutet es für mich auch an, wie gut der Gruppe der bekannt schwierige Drahtseilakt zwischen gut nachvollziehbarer puristischer Schlichtheit und hochemotionaler Eindringlichkeit gelingt. Als stimmlich schwärmerisch veranlagte Gastsängerin agiert zudem Gaby Koss, deren zauberhaft feminines Organ gut Informierte von Haggard und auch Equilibrium bereits näher kennen dürften. Liedertitel wie beispielsweise „Ein Sturm zieht herbei“, „Markomannenzorn“, „Im Moor“ oder auch „Donars Groll“ geben erschöpfend über die lyrische Ausrichtung der Horde um den wackeren Grollbarden Max Marquardt Auskunft. Zurück bleibt neben einem positiven musikalischen Eindruck auch die befriedigende Gewissheit, es bei Helfahrt endgültig mit einer niveauvollen Vereinigung aus Pagan Metal-Enthusiasten zu tun zu haben. Gut gemacht, ihr Mannen!

Markus Eck

www.metal.de 7 von 10 Punkten

HELFAHRT und ihr Debüt "Sturmgewalt" zünden sofort. Die aus dem Soloprojekt SYCRONOMICA hervorgegangene und mittlerweile auf fünf Mann angewachsene Pagan Metal-Combo vereint sehr geschickt ihr schwarzmetallisches Erbe mit allerlei Akustikinstrumenten wie Maultrommel, Flöte, Harfe. Doch das Endprodukt fällt nicht annähernd so harmlos wie gedacht aus, denn die geniale Leadgitarre und das mächtige, aber leider etwas zu dumpfe und teils eintönige Schlagzeug machen den Sound hart und fett. Für ein Debütalbum bieten HELFAHRT schon eine erstaunlich hohe Qualität – sowohl produktionstechnisch, als auch spielerisch. Über die ganze Strecke von knapp 42 Minuten gehen der Band die Ideen nicht aus, was ebenso löblich wie selten ist. Bands wie XIV DARK CENTURIES hätten es mit Verlaub nicht besser hingekriegt, auch wenn die Ähnlichkeit der beiden Gruppen marginal ist. Hauptsächlich um heidnische Themen, wie Asen, Natur und Ahnenverehrung geht es in den Texten, die voller Inbrunst mit tief krächzender Stimme vorgetragen werden. Besonders der Song "Lewwer Duad Üs Slaav" geht sofort ins Blut über, denn abgesehen davon, dass er catchy Melodien und die nötige Härte bietet, handelt der Text davon, dass das "Lyrische Ich" lieber tot, als ein Sklave wäre – der Freiheitsgedanke, der jedem Heiden eigen ist. Ebenfalls ist das Instrumental "Zu Spätem Schein" eine wahre Ohrenweide – ruhig und würdevoll, mit sehr melancholischer Stimmung und ganz anders, als die anderen Songs, denn packend ist die Musik des Quintetts allemal, aber nicht ruhig oder melancholisch. Und doch wird durch die Musik eine bestimmte Stimmung rübergebracht, die einen etwas aufkratzt und das Blut in Wallung bringt. Die gute Platte wird nur noch von den beiden namhaften Gastmusikern Gaby Köß (ex-HAGGARD) und René Berthiaume (EQUILIBRIUM) aufgewertet. Der einzige Kritikpunkt der "Sturmgewalt" bleibt neben dem dumpfen und manchmal recht eintönigen Schlagzeug das etwas magere Booklet, dass sicherlich besser ausgeschmückt sein hätte können, denn im Gegensatz zur Musik ist das Booklet etwas ernüchternd. Eine Kaufempfehlung meinerseits besteht dennoch.

Anspieltipp: "Lewwer Duad Üs Slaav"

 

Aetherious Obscuritas - Layale´s Cradle CD

www.metalmessage.de 7 von 10 Punkten (Legacy 10/15)

Mann, haut der Kerl auf die Kacke – Alleinunterhalter Arkhorrl, stilecht dicke im Gesicht angemalt und mit Kettenhemd im CD-Beiheft abgelichtet, schmettert seinen knallharten melodischen Black Metal mächtig ungestüm heraus. Aus Ungarn, ja, da kamen bisher nicht gerade viele Vollstrecker dieses breit getretenen Metiers, daher ist es schön, dass „Layae´s Cradle” der Heimat des Urhebers keine schwarzmetallische Schande macht. 2003 eröffnete der bissige Solist seinen dunklen Reigen mit dem Demo „Világra Jött“, es folgten weitere Erzeugnisse und der aktuelle Langspieler schließlich zeigt AETHERIUS OBSCURITAS auf dem aktuellsten Stand. Die enthaltenen elf Kompositionen sind in erster Linie wie erwähnt sehr heftiger Stoff, überwiegend rasend schnell und insgesamt überaus abwechslungsreich gehalten. Stellenweise gar episch noch dazu. Sämtliche Spielgeschwindigkeiten werden mehr als ausreichend abgedeckt; doomy, medium und speedig, doch überwiegend im jeweiligen Extrem, so operiert der ungarische Unhold auf diesem von stockdunklem und gehässigem Eigenleben erfüllten Aludeckel.

Dass die Lieder noch dazu verdammt melodisch umgesetzt werden, erhöht den Wiedererkennungswert enorm – vereinzelt dazwischen platzierte mystische beziehungsweise geisterhafte Atmosphären tun ein Übriges dazu. Dem Namen des Projektes entsprechend brachte Arkhorrl eine Unmenge an obskuren Stimmungsbögen ein, mit denen jeder der geradlinig heraus gebolzten Songs versehen wurde. Dermaßen überzogen spitzes und reißerisches Gekreisch hat man wohl eher selten auf Produkten dieser Schiene vernommen, da wurde zudem sehr viel mit gespenstisch klingenden Halleffekten gearbeitet – hört sich jedenfalls herrlich inhuman an, diese mordsperfide Kehlenquälerei. Als prägende Einflussgeber werden im beigelegten Infoblatt entsprechende Namen wie Burzum, Ragnarok, frühe Ancient und der Insidertipp Abyssos genannt. Und die hört man schon auch heraus. Songtitel und -Texte sind komplett auf ungarisch, Übersetzungen der Titel sind beispielsweise „Way Of Tears“, „Black Harp“, „Autumn Rain“ oder auch „Shadow Of The Castle“. (Markus Eck)

Darkness (http://magazin.darkness.de) 9,5 von 10

Ungarn, nicht gerade das Land des Black Metals. Muss ich doch ehrlich gestehen, das mich aus dem Land des besten Gulaschs, ich außer Atilla (MAYHEM) keinen einzigen Menschen kenne, der überhaupt was mit der schwarzen Seite des Metalls zu tun hat, dementsprechend gespannt war ich auf diese Einmannprojekt namens AETHERIUS OBSCURITAS.

Dabei ist „Layae`s Cradle“ bereits das dritte Werk. Elf Songs bietet uns dieses Album, darunter befinden sich zehn Eigenkompositionen und mit „Ea, Lord Of The Depths“ ein BURZUM Cover. Die Texte sind allesamt in Ungarisch und damit für mich leider komplett unverständlich, doch es kommt ja auf die Musik an.

Und genau diese ist sehr abwechslungsreich, das BURZUM Cover ist dagegen noch fast eines der langweiligeren Stücke, aber es fügt sich dennoch gut ins Gesamtbild. Der Herr Arkhorrl schafft es alle Trümpfe, aber leider auch ein paar klitzekleine Schwächen des Black Metals auf einem Album zu vereinen.

Hier trifft gnadenlose Kälte, auf epische Melodien und ein keifenden Gesang. Mir fallen auf Anhieb einige Stärken ein. Das Schlagzeug, das mal dezent im Hintergrund den Song unterstreicht, oder gelegentlich auch zu einem rasenden Sturm wird und alles hinwegfegt was im Weg steht. Ebenfalls äußerst gelungen sind die Melodien, diese bieten Abwechslung und langweilen überhaupt nicht.

Weitere und größte Stärke bildet allerdings die Fähigkeit, gleichermaßen Kälte und Frost zu vereinen, sowie Bildnisse, die an grüne Wälder erinnern in die Atmosphäre einzubauen. Man kann bei „Layae`s Cradle“ schnell ins träumen, von schneebedeckten Wäldern, verfallen, nur um einen Song später in einen Hagel aus frostigen Speerspitzen zu geraten.

Schwachpunkte sind dagegen schon schwerer zu finden, vielleicht könnte der Sound etwas drückender sein, aber ansonsten fällt es äußerst schwer hier irgendwas zu finden, was missfällt. Doch einen winzigen, aber wirklich schon fast unerheblichen Schwachpunkt macht die Stimme aus, denn die ist mir etwas zu sehr im Hintergrund, vor allem in den klaren Passagen, da ginge es etwas besser.

Fassen wir mal Zusammen, „Layae`s Cradle“ bietet ein äußerst abwechslungsreiches, von der Atmosphäre getragenes Album. Melodieverliebtheit trifft auf eisige Kälte und frostige, starke Windstöße, die einen wegblasen. Rundum gesehen, sollte dieses Album ein Pflichtkauf für jeden Black Metaller sein. Das es nicht zur Höchstnote gereicht hat, liegt nur an den minimalen Schwächen, die dieses Album leider nicht perfekt erscheinen lassen.

 

Metalnews (http://metalnews.de) 6 von 7 Punkten

Aetherius Obscuritas, diesen Namen sollte sich jeder merken, der etwas für atmosphärischen Black Metal der alten Schule übrig hat. Hinter diesem Ein-Mann-Projekt steht ein Herr namens Arkhorrl, seines Zeichens auch Sänger der ungarischen Black/Death-Band Sudden Death.
Mit Aetherius Obscuritas gründete Arkhorrl 2002 ein Sideprojekt in dem er seine ganz persönliche Art von Black Metal ohne den Einfluss anderer kreieren konnte. Nach bereits vier anderen Werken wurde jetzt “Layae’s Cradle“ veröffentlicht und diese Scheibe hat es in sich!

Von Anfang an ziehen die elf Songs den Hörer in ihren Bann. Ohne es zu merken wird man fast schon hypnotisch von den genialen Riffs und Melodien angezogen und man vergisst alles um sich herum. Arkhorrls Stimme besitzt eine Intensität wie sie selten zu finden ist: Fast schon übermenschliche Schreie dröhnen da aus der Anlage, dass einem fast das Blut in den Adern gefriert. Es ist schon erstaunlich wie es einer vergleichsweise jungen Band gelingen kann trotz so viel „Konkurrenz“ Lieder zu erschaffen, die so aus der Masse herausstechen. Natürlich ist auch auf “Layae’s Cradle“ nicht wirklich etwas bahnbrechend Neues zu finden, aber der Künstler schafft es altbekannte Zutaten des Black Metal so gekonnt zusammenzumischen, dass etwas Unvergleichliches entsteht.

Songs wie der Titeltrack “Layae’s Cradle“, der eine der schönsten Gitarrenmelodien enthält, die ich je gehört habe, oder “Autumn Rain“ lassen keinen Zweifel an der musikalischen Klasse Arkhorrls zu. Die Einflüsse früher Burzum-Werke sind nicht von der Hand zu weisen, was mit der hervorragenden Coverversion von “Ea, Lord Of The Depths“ unterstrichen wird.

Das einzige Manko stellt für mich der Drumsound dar: Es klingt alles etwas zu klinisch und ist auch ein wenig zu laut abgemischt, was den sonst so guten Klangeindruck leider etwas schmälert. Deshalb und nur deshalb kann ich leider nicht die Höchstpunktzahl vergeben, da die Drums natürlich ein wichtiger Bestandteil der Musik sind.

Dennoch: Dieses Album ist ein Muss für Fans des alten Black Metal-Spirits und darf in keiner Sammlung fehlen!

Powermetal (www.Powermetal.de)

In Sachen Quantität galt Ungarn nie als Black-Metal-Hochburg, die wenigen Bands aus dem Lande der Magyaren, die sich in der schwarzmetallischen Zunft jedoch einen Namen machen konnten, haben stets mit enorm hoher Qualität und Eigenständigkeit überzeugt. Mag Letzteres nicht unbedingt der stärkste Trumpf von AETHERIUS OBSCURITAS sein, so klingt das Soloprojekt des Herren Arkhorrl auch keineswegs austauschbar oder vorhersehbar, und Qualität, ja, das bietet uns die ungarische Schwarzmetallfabrik durchaus. Nach etlichen Demos und Eigenpressungen auf CD-R offeriert uns der Bandgründer, der unter seinem bürgerlichen Namen Viktor Vágvölgyi auch bei den Thrashern von SUDDEN DEATH aktiv ist, mit dem offiziellen Debütalbum "Layae's Cradle" eine relativ vielseitig ausgestaltete und abwechslungsreiche Scheibe, die kompositorisch und instrumental auch gehobene Ansprüche befriedigen kann. Der Sound hat viel Hall und ist dem Stil entsprechend angebracht dünn und höhenlastig, dabei aber dennoch transparent und halbwegs differenziert, so dass auch kleine Soundfetischisten nicht direkt Reißaus nehmen müssen.

Stilistisch zeigt sich Arkhorrl erwartungsgemäß vor allem von der alten Norweger-Schule inspiriert, wobei es ihm laut Infoblatt vor allem BURZUM, RAGNARØK und die alten ANCIENT angetan haben, was man der Scheibe auch ein gutes Stück weit anhört. Der Ungar legt viel Wert auf kalte, geisterhafte Atmosphäre, und zur Herstellung derselben bedient er sich wie die Vorbilder der flirrenden Gitarren und der sphärischen Keyboards, nicht ohne aber auch dem prägnanten Riff und der gediegenen Heaviness den nötigen Raum zu lassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Epigonen des nordischen Schwarzklangs gelingt AETHERIUS OBSCURITAS aber das Kunststück, eben nicht das gleiche Erfolgsrezept immer wieder aufzuwärmen und zehnmal den selben Song einzuspielen. Die Scheibe ist abwechslungsreich und spannend, und erhält zusätzlichen Reiz dadurch, dass sie komplett auf Ungarisch gesungen ist. Schon der Opener 'Layae Bölcsöje (Layae's Cradle)' beginnt mit einem liturgischen Choral und wächst sich dann zu einem rasenden Black-Metal-Moster aus, das immer wieder durch epische Breaks und massive Doom-Riffs aufgelockert wird, die vom hysterischen Kreischen Arkhorrls durchbrochen werden, was durchaus hin und wieder an den Gesang des jungen Varg Vikernes erinnert, ohne ganz dessen fanatische Intensität zu erreichen. Allerdings haben wir es keineswegs mit einer Kopie zu tun: Dieser Vorwurf wird durch viele melodische Leads mit akustischer wie elektrischer Gitarre schnell weggefegt und daran ändern dann auch das sehr gelungene Cover zu 'Ea, Lord Of The Deeps' und die tiefschwarze Doomwalze 'Fekete Hárfa (Black Harp)' nichts mehr. Bei letzterem Stück wirken die zweistimmigen Zeitlupen-Riffs besonders intensiv, und wenn das Keyboard schließlich hinzutritt, ist genau die Aura perfekt, die seit "Filosofem" kaum eine Black-Metal-Band annähernd so eindringlich zelebriert hat. Das Album kennt neben den BURZUM-Referenzen aber auch den intensiv stampfenden Midtempo-Groove und die klirrende Raserei. Oft verbindet Arkhorrl auch beides in einem Stück, was etwa bei 'Könnyek Útja (Way Of Tears)' und 'Az Elveszett Életünk (Our Lost Life)' sehr gut gelungen ist.

AETHERIUS OBSCURITAS gelingt es, die Spannung über das gesamte Album zu halten und zu vermeiden, dass einzelne Songs austauschbar oder vorhersehbar wirken, womit doch viele Black-Metal-Newcomer der letzten Zeit arge Probleme hatten. Sollte Arkhorrl darauf in Zukunft aufbauen können, dann steht uns neben TORMENTOR und SEAR BLISS vielleicht bald eine neue feste Größe des magyarischen Black Metals ins Haus. Zu wünschen wär's dem Multiinstrumentalisten aus Szigetvár. Sollte euer Interesse geweckt sein, dann könnt ihr euch auf der Bandhomepage eine Hörprobe des für eine Underground-Produktion auch toll aufgemachten Albums ziehen.

 

 

Thyrgrim - Winterhall CD

Myrrthronth (www.myrrthronth.de ) 7 von 10 Punkte

Nach 1 ½ Jahren Bandgeschichte und dem selbstveröffentlichten Demo "Kältetot", welches im September 2005 erschien, bringen Thyrgrim aus Duisburg mit "Winterhall" ihre Debüt-CD über Northfire Records heraus. Die Marschrichtung, die eingeschlagen wird, kann man als Midtempo-Schwarzmetall mit gelegentlichen Ausbrüchen in schnellere Gefilde beschreiben. Dabei setzen die beiden Gitarristen Kain und Azgal auf lang ausschweifende Rifffolgen, welche in "Kältetot" dann auch mal von Wind und Akustikgitarren unterlegt werden. Allgemein scheinen Thygrim großen Wert auf das Erschaffen von epischen bis teilweise monotonen Stimmungen zu legen. Dieser Eindruck wird unterstützt durch die Tatsache, dass die Stimme des Vokalisten etwas in den Hintergrund gemischt wurde, um den Gitarren genug Raum zum Entfalten zu geben.
Wo Licht ist, da ist aber auch oftmals Schatten und so gibt es auch bei "Winterhall" einige Kritikpunkte, die ich ansprechen möchte. Zum einen ist das die Gleichförmigkeit der vertretenen Stücke; die Songs ähneln sich teilweise in Aufbau und Gitarrenarbeit zu sehr. Und auch bei der Schlagzeugarbeit müssen Abstriche gemacht werden, da die schnelleren Passagen oftmals holperig vorgetragen werden. Dennoch überwiegen bei Thyrgrims Debüt die positiven Aspekte und mit "Falkenflug" sowie dem oben bereits erwähnten "Kältetot" sind ihnen zwei richtig gute Lieder gelungen.
Wer nicht unbedingt nach Innovationen sucht, dem kann ich getrost empfehlen, mal ein Ohr zu riskieren. Auf der Homepage der Band kann man sich dazu Samples von "Winterhall" anhören

 

 

Godless Cruelty - Perversion am Kreuz CD

Nocturnal Hall (www.nocturnalhall.com) 7,5 von 10 Punkte

Und jetzt: Nachschub für die Verfechter der ganz reinen, unbefleckten Lehre des wahrhaftigen Schwarzmetalls. Herr Nightwolf ist der alleinige Betreiber dieses seit 2004 existierenden Projektes, das offensichtlich nicht gerade den Zweck hat, goldenen Schallplatten einzuspielen – und zwar nicht nur wegen der auf 400 Stück begrenzten Auflage. Das sehr fade Intro ist zum Glück schnell vorbei, und dann geht in Form von Das Kreuz ist gefallen die Post ab, aber ordentlich! Völlige Rohheit, sägende Gitarre und ein lange nicht mehr in derart hasstriefender Form vernommenes Gekreisch machen dieses Stück zu einem heilsamen Erlebnis für die Seelen geschundener Schwarzmetall-Puristen. Danach ertönen akustische Klänge und leiten einen sich langsam dahinwälzenden Hassbatzen ein, der vom Kampf gegen die Kinderficker im Namen des Herrn berichtet. Zur Verdauung gibt’s dann schnell das im Eiltempo vorgetragene Blasphemy, den einzigen englischen Titel des Machwerks. Dornenkrone beglückt dann nach akzentuiertem Beginn (alles ist relativ…) und kurzem, bedrohlichem Atemholen ebenfalls mit infernalischer Raserei, bevor der eine Spur weniger rohe Gitarrensound des darauf folgenden Titelstücks den Verrat und Ausverkauf einläutet…na ja, so schlimm ist es dann doch nicht, sicherheitshalber ist bei dieser Nummer das Schlagzeug nämlich noch schlechter als sonst zu hören. Auch Verrecke!!! dürfte hier noch zur zusätzlichen Beruhigung beitragen – es handelt sich dabei nämlich nochmals um einen Leckerbissen für alle Feinde unnötiger musikalischer, textlicher und klanglicher Feinheiten. Mein großer Kritikpunkt an Perversion am Kreuz ist der wirklich schlechte Schlagzeugsound. Ansonsten aber mag ich diesen extrem rauen, primitiven Black Metal sehr, und zwar nicht aus Überzeugung oder Bewunderung für die (zweifellos feststellbare) Kompromisslosigkeit des Verursachers, sondern weil es mir schlicht und einfach gefällt. Ich darf doch hoffen, mir mit dieser Aussage auf allen Seiten Feinde gemacht zu haben, oder?

Hateful-Metal (www.hateful-metal.de) keine Punkte

Auszug: Mit Perversion am Kreuz haben Godless Cruelty ein durchwachsenes Album abgeliefert. Vor allem die klanglichen Unterschiede der Titel und diese grelle penetrante Ausrichtung einiger Lieder missfallen mir persönlich. Dass Godless Cruelty auch anders können, zeigen die Lieder Kf in Namen des Herrn oder Dornenkrone. Hierzu muss auch gesagt werden, dass sich Godless Cruelty seit dem Untergang Demo erheblich gesteigert haben und man davon ausgehen kann, dass diese positive Entwicklung fortgesetzt wird. Perversion am Kreuz ist jedenfalls ein überwiegend eingängiges, raues und aggressives Werk.

Myrrthronth (www.myrrthronth.de ) 6 von 10 Punkte

Man nehme ein Streichholz oder auch zwei, ein paar - um es auf modernere Art und Weise zu vollstrecken - Liter Benzin und eine ordentliche Portion Hass, fertig ist der Kirchenbrand. Einigen juckt es bezüglich dieser Thematik sicherlich schon lange in den Fingern, doch da es strafrechtliche Verfolgungen nach sich ziehen kann, ist es wohl doch die angenehmere Variante, seine anti-christliche Wut zu vertonen. So wie Nightwolf mit seinem im Jahre 2004 gegründetem Ein-Mann-Sturm Godless Cruelty, der diesmal unter der Flagge von Northfire Records das mittlerweile siebente Release in den Untergrund feuert.
Auch wenn der technische Standard nicht der höchste ist, hat "Perversion am Kreuz" (welch klangvoller Inhaltstitel; könnte auch von Caedes stammen) einiges zu bieten: Beispielsweise könnten Fetischisten verschiedenster Perversionsgruppen auf ihren Geschmack kommen, wenn sie das Titelstück und seine aus Pornofilmen mitgeschnittenen Klänge zu Ohren bekommen. Jedoch sind solche Spielereien innerhalb des Gesamtkonzepts eher eine Seltenheit. Ansonsten dominieren sägende Höllenriffs und hasserfüllte Lyrik. Auch der melancholischen Seite hat Nightwolf seine Aufmerksamkeit gewidmet, denn Stücke wie "Das Kreuz ist gefallen" bahnen sich im ständigen Wechsel zwischen Midtempo und Feuersturm einen klagenden Weg durch die flammende Christenstätte. Leider ist die gesamte CD in unterschiedlicher Lautstärke abgemischt, was für mich ein Problem darstellt, da so der Wiedererkennungswert drastisch gesenkt wird. Die Situation ist also folgende: Die leiseren bzw. dumpferen Aufnahmen sind angenehmer zu hören, als jene, welche recht höhenlastig und laut aufgenommen wurden. Denn diese matschen die betroffenen Stücke in einen Einheitsbrei, aus dem nichts eindeutig heraus sticht. Es kommt sogar so weit, dass die Bass-Drum gar nicht wahr genommen werden kann (umso mehr tönen die Hi-Hats heraus, was mit lautem Kettengerassel vergleichbar wäre).
Letzten Endes wende ich mich mit gemischten Gefühlen von dieser CD ab. Denn das Liedgut ist zwar nicht schlecht, doch wie soll man es genießen, wenn es an soundtechnisch gelungener Umsetzung mangelt?